Beißpony im Theatron
Gestern Abend im Theatron, ein Amphitheater direkt am See. Es ist entspannt. Es geht um Musik, aber nicht nur. Es geht auch darum, in der lauen Abendluft auf den Rängen zu sitzen und zu genießen, dass man an einem so schönen Ort genießen kann. Viele Leute sind barfuß, ich schließlich auch, manche bringen Kissen mit, denn der Sitzbeton ist hart. Am schönsten ist es, wenn gerade die Sonne untergeht, auch wenn man sie nicht sieht.
Beißpony verkaufen zwar wirklich hübsche CDs, mit Hüllen aus alten Comics und Stoffresten, mit Pferdequartettkarten als Tracklist, aber sie sind eine jener Bands, die man vielleicht live lieber sieht als auf CD hört. Denn sie machen eine Show. Keine Wir halten euch jede Sekunde in Atem-Show, sondern eine Wir haben ein bisschen Spaß auf der Bühne und hoffentlich ihr auch-Show.
Das Beißpony hat Geburtstag. Es wird drei. Es gibt Süßigkeiten und Kuchen fürs Publikum, anschließend Topfschlagen und Tanz (für Freiwillige). Es gibt ein Ratespiel, bei dem niemand die Antwort weiß. Ein Kissen wird live genäht und ins Publikum geworfen, zwei kleine Jungs streiten darum, aber nur kurz, dafür ist der Abend zu mild.
Am Ende spielen sie ein Lied, das ich kenne, aber mir nicht einfällt, das die anderen nicht kennen und das ich später erst googeln muss. Sheer Wonder von dem tragischen Saint Thomas aus Norwegen, aber ich glaube, sie haben das von YouTube und Kimya Dawson und David-Ivar Herman Dune.
Und so radele ich danach durch die Nacht nach Hause, durch den Park, mittlerweile nicht mehr barfuß, aber es ist immer noch so mild, und ich denke, so muss der Sommer sein. Sheer Wonder.
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