Notizbuch
Das mit dem Moleskine habe ich nicht hingekriegt. Mir fiel zum Thema A was ein, ich schrieb es auf. Dann kam Thema B, ich schreib es auch auf, auf der Seite nach Thema A. Dann vergaß ich Thema A und B und das Moleskine.
Wochen später. Etwas zu Thema A fiel mir wieder ein und auch, wo ich das Moleskine hingelegt hatte. Ich schlug es auf und schrieb und blätterte um und hatte plötzlich kein Platz mehr. Auf der nächsten Seite fing Thema B an, ich musste es überspringen. Ich musste dahinter weiterschreiben. Thema B drängte sich jetzt zwischen Thema A Teil 1 und Thema A Teil 2 wie ein leise leidender Verehrer zwischen seiner Angebeteten und ihrem Liebhaber.
Das gefiel mir nicht, denn zu Thema A und B gesellten sich noch Thema C bis Z und vermischten sich so, dass ich überhaupt nicht mehr durchblickte. Lauter leidenden Verehrer und Liebhaber. Außerdem fand ich Thema G und P plötzlich ziemlich dämlich, riss die Seiten raus und machte das Moleskine kaputt.
Und ein Moleskine hat doch jeder.
(Und ich bin nicht neurotisch.)
Ich habe jetzt die Lösung. Es war ein Geschenk, ein kleines Ringbüchlein. Wächst ein Thema über eine Seite hinaus, öffne ich die Ringbuchringe und füge Seiten ein. Wächst mir ein Thema über den Kopf, reiße ich es einfach raus. Es ist ein einfach, und niemand muss mehr leiden. Jetzt muss ich nur noch lernen, meine eigene Handschrift zu lesen.
2 Kommentare
yes. yes. yes. Aber in Ringbüchern schreibt man noch unleserlicher (wegen der Ringe).
Das macht bei mir schon keinen Unterschied mehr.