Miranda July: No One Belongs Here More Than You
Für dieses Buch hat Miranda July eine Website gemacht, die ich immer wieder aufgerufen habe, obwohl ich sie längst auswendig kannte. Ich dachte, wenn schon die Website für dieses Buch so originell, so witzig und so warm ist, wie muss dann erst das Buch sein?
Originell ist es, ja. Witzig auch, durchaus. Und warm? Nun, leider tendiert das Originelle manchmal zu sehr zum Skurrilen und das Witzige zu sehr zum Neurotischen, als dass einem die Geschichten wirklich ans Herz wachsen könnten. Miranda July mag eine gute Performance-Künstlerin sein, aber hier performt sie ein bisschen zuviel.
Die Geschichten klingen alle so, als säße einem eine überspannte Mittzwanzigerin gegenüber und erzählte aus ihrem Leben. In diesem Leben ist nicht unbedingt viel passiert, was nicht schlimm ist, aber was nervt, ist diese Mischung aus Naivität und Borderline-Syndrom. Alle Figuren sind irgendwie gleich und das Quentchen zu überzeichnet, so dass man zwischendurch das Buch sinken lässt und denkt: Och nee.
Schade eigentlich, denn es finden sich immer wieder Stellen, aus denen man mehr hätte machen können. Reibungen, Konflikte, die sich dann aber wieder ins Spinnerte verlieren. So bleibt einem nur zu hoffen, dass July es das nächste Mal etwas weniger schrill angehen lässt. Bis dahin kann man ja immer mal wieder ihre Website besuchen.
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