Webinar

Webinar ist zwar ein blödes Wort, aber eigentlich ja eine ganz gute Idee. Anstatt dass sich die Leute per Flugzeug aufmachen und die Welt mit noch mehr CO2 verpesten, bleiben sie schön in ihren Büros sitzen, klinken sich per Telefon und Computer in die Konferenz ein und folgen dem Vortrag.

Für den Vortragenden ist die Sache dann schon blöder. Man hat ständig das Gelärme des Publikums im Ohr, weil es vergisst, dass man jeden Schnaufer durchs Mikrofon hört. Auch dass man dieses Publikum nicht sieht, macht die Sache nicht einfacher. Man lamentiert in den eigenen Bildschirm hinein und ertappt sich sogar dabei, ausführende Gesten zu machen. Irgendwie ähnelt man dann sehr schnell einem Möchtegern-Dirigenten, der vor seiner Stereo-Anlage stehend ein Essstäbchen zu Beethovens Neunter schwingt.

Man ist allerdings sehr schnell durch. Vielleicht liegt das daran, dass man an keinem Gesicht ablesen kann, wie sehr man langweilt und wie dringend man jetzt mal etwas Peppiges einschieben müsste. Man rast durch seine Präsentation, und wenn es am Ende heißt, “gibt es noch Fragen?”, hört man nur das allgemeine Schnaufen und denkt sich: “Okay, das war’s.”

30. Mai 2009

Neuer Kommentar